ÜBER UNS

Martin Braun

Es fehlt eine Institution, die die Verantwortung übernimmt, nach bestem Wissen und Gewissen individuelle Beratung, Vermittlung und Unterstützung für hilfesuchende Menschen gezielt anzubieten und dabei eine fundierte Position bezieht.



Ich bin Psychologe und Psychotherapeut. In 35 Jahren Berufstätigkeit habe ich unzählige Erfahrungen mit hilfesuchenden Menschen gemacht und deren Ängste und Bedürfnisse kennengelernt.


Was Menschen in Notsituationen brauchen, sind schnelle und unmittelbare Hilfen. Speziell Menschen, die sexuellen Missbrauch erlebt haben, benötigen zudem persönliche Berater*innen, die mitmenschlich warm und einfühlsam Fragen beantworten können. Sie sollten fachgebildet sein und individuelle, passgenaue Hilfen vermitteln können.


Die Unterstützung, die Personen in schwierigen Situationen benötigen, beschränkt sich aber nicht nur auf die Gesundheit. Wo bekomme ich rechtliche Unterstützung? Woher nehme ich die Mittel, um auch kostspielige Hilfsangebote zu finanzieren? Wo finde ich Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich? Wer hilft mir, wenn ich mit Anträgen und Richtlinien überfordert bin? Mit diesen und vielen anderen dringenden Fragen, die abseits meiner eigentlichen Profession liegen, wurde ich im Laufe der Jahre immer wieder konfrontiert.


Weil ich nicht alle Fragen als Fachmann beantworten kann, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es eine Anlaufstelle geben muss, die Opfern sexuellen Missbrauchs in allen Bereichen weiterhelfen kann. Ein Expertennetzwerk, das Angebote aus verschiedenen Bereichen auf Seriosität und Wirksamkeit prüft und anschließend die ausgewählten Leistungen dem Hilfesuchenden für seine Entscheidungen zur Verfügung stellt, ist für mich die Lösung.

Markus Klaaßen

Es sind meine persönlichen Erfahrungen – positive wie negative – mit Menschen, komplexen Systemen, Behörden und Hilfsangeboten, die keinen Zweifel daran zulassen, dass wir mit unserer Idee vielen Menschen helfen können.



Wie ich in meinem Buch „(Über-) Leben“ geschrieben habe, war 27 Jahre lang mein Leben für mich in Ordnung. Ich hatte Karriere gemacht, eine Familie gegründet und mir ein gutes Leben aufgebaut. Dann kam der Punkt, an dem ich mich ausgebrannt fühlte. Mit der Hoffnung auf schnelle Hilfe ging ich in eine Klinik. Dort wurde mir bewusst, dass meine aktuellen Probleme völlig verdrängten Erlebnissen aus meiner Vergangenheit entsprangen. Ich war gezwungen, mir selbst zu helfen. Doch bei allen meinen Bemühungen, die für mich passenden Hilfsangebote zu finden und auch zu bekommen, stieß ich immer wieder auf große und für mich völlig unerwartete Hindernisse. Ich erfuhr Ablehnung, wurde missverstanden und weitergeschoben. Viele meiner Fragen blieben offen oder ich erhielt Antworten, die mich nicht vorwärtsbrachten. 


Kurz: Ich stand vor Aufgaben, die mir völlig fremd waren, die unlösbar schienen und die in mir eine völlige Hilflosigkeit auslösten. An dieser Stelle nicht aufzugeben und weiterzumachen, verdankte ich meinen eigenen Fähigkeiten, meiner Erfahrungen und einem starken persönlichen Umfeld.


Mit der Zeit und nach vielen Gesprächen wurde mir klar, dass die zuständigen Ansprechpartner*innen mit meinen Problemen teilweise überfordert waren. Letztendlich schaffte ich es, für mich die Möglichkeiten des Systems zu nutzen und die Hilfen zu finden die für mich die besten waren. Dieser Weg war mühevoll und führte mich oft an den Abgrund. Ich möchte diese Erfahrung anderen Menschen in meiner Situation ersparen und niemanden aufgeben, der vielleicht nicht die Energie aufbringen kann, die ich glücklicherweise habe.

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